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Menschenrechtsorganisation
B'Tselem,
Nach vier Jahren Intifada:
Todesopfer: 3 499 Menschen
635 Israelis, darunter 110 Kinder, in Angriffen von Palästinensern gegen Zivilisten
2 827 Palästinenser durch israelische Sicherheitskräfte,
davon mindesten 1544, die nicht in Kämpfe verwickelt waren und 558 Kinder.
490 Palästinenser allein im letzten Jahr, von denen 309 nicht in Kämpfe verwickelt
waren;
40 Ausländer, darunter 2 Kinder, in Angriffen der Palästinenser
gegen Zivilisten;
32 Palästinenser, darunter 3 Kinder, von israelischen
Zivilisten; 284 Mitglieder der israelischen Sicherheitskräfte durch Palästinenser
getötet.
Gefangene:
7 366 Palästinenser z.Zt von den Israelis in Haft 386 Kinder
760 in administrativer Haft ohne Prozess
Kollektivstrafen:
etwa 3 700 Häuser zerstört
612 als Strafen gegen Familien von Palästinensern, die im Verdacht stehen,
Gewaltverbrechen gegen israelische Zivilisten oder Sicherheitskräfte ausgeführt
zu haben
2 270 Häuser aus "Sicherheitsgründen" zerstört, mehr
als 800 administrative Häusern ohne Genehmigungen
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Ein Kind in Gaza
arbeitet, um seiner Familie leben zu
helfen.
20. Dezember
2006, Gaza City – Fadu Abu Sultan ist
14 und geht morgens zur Schule wie die meisten Buben in seinem
Alter. Er hat seine eigenen Träume wie
alle Kinder, aber Fady hat kein leichtes
Leben; alles, was er sich wünscht, ist
außer Reichweite.
Was in den
meisten Familien normal ist, sind
Eltern, die ihre Kinder erhalten. Aber
Fady ist einer, der schon seit vier
Jahren arbeitet und damit die Rolle
eines Erwachsenen übernimmt. Fady lebt
mit neun Familienmitgliedern im
Strand-Camp in Gaza City. Er hat vier
Brüder und drei Schwestern. Sein Vater
ist chronisch krank und kann nicht
arbeiten. Um seiner Familie zu helfen,
beschloss Fady in die Arbeitswelt
einzutreten. Weil aber seine
Arbeitsmöglichkeiten sehr gering sind,
entschloss er sich, Tee zu verkaufen.
„Vor vier Jahren (als ich
10 war), wurde mein Vater krank und das monatliche Einkommen
meines älteren Bruders
(Sicherheitsbeamter) war zu wenig, um
die Grundbedürfnisse der Familie zu
decken. Wir hungerten. Da sagte ich
meiner Familie, dass ich mit
Tee-Ausschenken helfen wolle. Sie
meinten, das ginge schwer, weil ich doch
in der Schule war. Ich antwortete, dass
das schon gehen würde: die Last der
Arbeit und die der Schule zu tragen.
Also, jetzt geh ich morgens zur Schule
und arbeite vom frühen Nachmittag an bis
spät in die Nacht“, erklärte Fady.
Fady nimmt seine Bücher und Hefte mit, um auch auf der
Straße in der Arbeit zu lernen. „Ich
versuche, mich zwischen Hausaufgaben und
meiner Arbeit als Tee-Boy zu
organisieren“, sagt er.
Im
allgemeinen arbeitet Fady mehr als 6
Stunden täglich, 6 mal in der Woche. Er
versucht, so schnell als möglich mit
seinen Hausaufgaben fertig zu sein, um
mehr Zeit für den Teeverkauf zu haben
und damit mehr Geld zu verdienen. Er
sagt: „Ich verkaufe einen Plastikbecher
Tee um einen halben Schekel (1 US$ = 4,20 Schekel), ich
verkaufe an jedem Tag, an dem ich
arbeite, etwa
25 Becher Tee.“ Für
40 Stunden Arbeit wöchentlich zusätzlich zum Schulbesuch
verdient Fady fast
18 US$. Wenn Fady spätabends nach Hause kommt, gibt er das Geld
seiner Mutter. Er träumt davon, alle die
Dinge zu besitzen, die Buben seines
Alters normal haben wollen. „Ich wünsche
mir ein Fahrrad, aber ich bräuchte mehr
als
200 Schekel (46 US$), um eines zu kaufen. Das ist für mich nicht wenig Geld.
Fady lebt in einer Umgebung voll von Gewalt und
Traurigkeit. „Vor einigen Tagen wurden
drei Kinder etwa in meinem Alter
ermordet. Ich war so traurig, als ich
davon hörte. Wenn ich Leute mit einem
Gewehr sehe, werde ich ganz verstört.
Überall Gewehre, und die Israelis
greifen von oben mit Flugzeugen an, und
einige Palästinenser erschießen sich
gegenseitig, weil sie in Gaza Gewehre
gebrauchen. Ich hasse Gewehre. Ich hasse
Töten.“ Fady
hat seine eigenen Träume. Er möchte
nicht aus der Schule aussteigen, er
möchte auf der Polizeiakademie
studieren. „Ich möchte Polizist werden.
Ich möchte Kinder schützen. Gaza ist
zerstört. Wenn ich älter bin, möchte
ich arbeiten, um einen besseren Ort
daraus zu machen.“ „Ich hasse
Gewehre. Ich hasse Töten...“ Mit diesen
Worten sendet Fady eine Botschaft der
Hoffnung in die Welt. Er ist das
Beispiel eines Buben, der unter sehr
harten Bedingungen in Gaza lebt, wo die
Kinder nicht an Spielen und Spaß haben
denken; traurigerweise sind Gewehre und
das Töten alles, das ihr Denken heute
bestimmt. (Übers. G. Merz) Quelle Caritas
Jerusalem |
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«Mach dir keine Sorgen, ich passe
auf!»
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Das Mädchen wollte auf dem Dach des
Hauses im Flüchtlingslager Rafah im Gaza-Streifen die Wäsche
abhängen, ihr Bruder die Tauben füttern. Da peitschten
Schüsse durch die Luft und töteten die Geschwister.
Rafah - Der 13-jährige Ahmad Mughajer und
seine 16-jährige Schwester Asma waren am Dienstag auf dem
Dach ihres Hauses im Flüchtlingslager Rafah im
Gaza-Streifen, als sie von den tödlichen Kugeln getroffen
wurden. Wie Familienangehörige der Beiden telefonisch
mitteilten, kamen die Schüsse von israelischen Soldaten aus
einem gegenüberliegenden Haus. Beide seien mit einem Schuss
in den Kopf getötet worden. Die israelische Armee teilte
mit, sie untersuche den Vorfall.
Die beiden
palästinensischen Jugendlichen wurden während heftiger
Kämpfe in Rafah getötet. Die israelische Armee leitete dort
am Dienstag eine Offensive ein, deren Ziel die Zerstörung
unterirdischer Anlagen zum Waffenschmuggel ist. Während der
Kämpfe zwischen den israelischen Soldaten und bewaffneten
Palästinensern konnten die 90.000 Bewohner von Rafah ihre
Häuser nicht verlassen.
Der Vater der Beiden,
der 43-jährige Mohammed Mughajer, berichtete, die Familie
habe gerade das Frühstück beendet, als Asma gesagt habe, sie
gehe jetzt die Wäsche abhängen. Ihre Mutter habe ihr noch
abgeraten, wegen der heftigen Kämpfe draußen. "Asma sagte
nur, 'Mach dir keine Sorgen, ich passe auf!'", berichtete
ihr Vater. Ihr jüngerer Bruder habe daraufhin beschlossen,
mit auf das Dach zu gehen, um die Tauben zu füttern, die die
Familie dort hält.
Nach den tödlichen
Schüssen habe es fast eine Stunde gedauert, bis ihre Leichen
geborgen werden konnte. Die israelischen Soldaten hätten auf
jeden geschossen, der versucht habe, die Leichen zu
erreichen. Der älteste Bruder der beiden, der 25-jährige
Ali, schaffte es schließlich. Die Leichen blieben zunächst
im Haus, da die Kämpfe weiter andauerten. |